Notizen der Lesenacht vom 3. zum 4. Juli 2003

Es war schön, doch die Nacht war kurz.

Ab 19.25 Uhr können Kinder und Eltern ins Schulgebäude. Bino ist nicht der Erste mit seiner Mutter. Zuvor ist schon Evin da. Tobias, Thilo und Tim kommen auch.

19.50 Uhr Der Lehrer trifft ein.

Großes Aufblasen der Luftmatratzen, große Aufregung bei den Kindern. Vorfreude auf die lange Nacht: Wie es wohl wird?

Dürfen wir raus auf den Schulhof? Es ist noch hell und sie dürfen spielen, rennen, klettern. Drei Jugendliche spielen Karten. Sind das Alkoholiker? Nein, einfach nur Jugendliche.

21 Uhr: Alle reinkommen! Nicht durchs Schulgebäude rennen, im Haus 6 bleiben, am besten unten im Keller. Die ersten putzen die Zähne. Es wird noch nicht ruhig. Springen, durcheinander hüpfen auf und zwischen den Luftmatratzen. Manche lesen, einige spielen, es kehrt noch keine Ruhe ein.

22 Uhr: Nils, Shawn, Samet und Tayfun spielen mit selbstgebastelten Spielkarten. Ich muss immer wieder mischen. Die echten Karten sind viel zu teuer. Taschenlampen funzeln überall. Der Globus leuchtet. Die Toilette wird laufend besucht. Bücher werden getauscht, gelesen und wieder weggelegt. Vier gewinnt wird gespielt. Das Turnier von Februar bis Juli soll bald zu Ende sein. Nicht jeder spielt gern gegen die starken Spieler und Spielerinnen: Wer verliert schon gern?

23 Uhr: Dominic kämmt den Mädchen die Haare. Einige setzen sich hintereinander und kämmen den Mädchen vor sich die Haare durch. Ein freundliches Bild. Sie sind nett miteinander. Bislang gibt es keinen Stress. Aber es ist immer noch laut. Ein paar Kinder schlafen.

24 Uhr: Sebastian fängt an Geister zu sehen: Eine 3 Meter hohe Frau vor dem Fenster. Kein Wunder: Geisterstunde. Er zieht sich das Bettlaken über den Kopf und wird selbst zum Geist.

Die ersten Taschenlampen geben ihren Geist auf: Batterien leer! Hast du noch Batterien, Herr Rüffer? Nein, tut mir leid. Dominics Lampe klebe ich mit Heißkleber, sie ist durchgebrochen.

0.15 Uhr: Schon nach Mitternacht!! Langsam wird es ruhiger.

1.00 Uhr: Nur noch wenige Taschenlampen leuchten. Nils liest noch. Viele schlafen. Tobi kommt nicht zur Ruhe, Jacki auch nicht. Katja und Anna spielen Vier gewinnt. Wo ist die Liste? Wer hat noch nicht gegeneinander gespielt? Nachholspiele bei Taschenlampenlicht!

2.00 Uhr: Es wird nur noch geflüstert, dies aber andauernd. Die Jungs spielen immer noch Karten. Ab und zu leuchtet jemand zur Uhr: Wie spät ist es? Wir sind noch putzmunter! Wir können noch nicht schlafen! Wie lange wird das noch gehen?

2.30 Uhr: Ich helfe nach und ziehe ein paar Taschenlampen aus dem Verkehr. Die Kinder müssen doch hundemüde sein. Stimmt bei fast allen, einige merken es nicht. Als alle Lampen aus sind, labern immer noch welche, allerdings im Flüsterton. Ich verstehe jedes Wort, kann aber dabei auch nicht schlafen. Schließlich ist es vollbracht! Alle schlafen.

6.10 Uhr: Ich wache auf, weil schon wieder die ersten herumgeistern. Es wird jedoch geflüstert, das finde ich sehr rücksichtsvoll! Tobi fängt an, seine Sachen zu packen. Im Hort will er heute noch seinen Geburtstag feiern.

7.30 Uhr: Immer mehr Kinder sind wach. Es wird wieder normal gesprochen, das Flüstern hört auf. So können viele noch ruhen oder schlafen. Andere drehen auf dem Schulhof ein paar Runden.

8.00 Uhr: Der Schulgong ertönt. Die ersten Schulkinder kommen ins Haus. Wir sind schon da, müde aber zufrieden. Die Stimmung ist bei allen Kindern gut.

8.15 Uhr: Frühstück in der Schulküche, Frau Strobel bringt die Brötchen und hilft beim Vorbereiten. Sebastians Mutter kommt auch und hilft. Einige sind schnell fertig, Jacki hat viel Hunger. Warum nicht? Nach dem Frühstück noch einmal kurz an die frische Luft.

9.00 Uhr: Wir dürfen in den PC-Raum und spielen. Toll! Wir sehen uns diese Homepage an. Frau Neubecker ist auch da, klasse! Rekorde werden aufgestellt und unterboten. Puschi wird auf Level 106 gespielt, nicht schlecht.

10.00 Uhr: Große Pause, wir machen weiter.

10.20 Uhr: Zurück in den Klassenraum, aufräumen, zusammenrollen, Sachen packen, fegen. Die Kinder helfen sich gut, denn wer hat die Kraft, eine neue Isomatte wieder zu verschnüren? Gar nicht so einfach!

10.50 Uhr: In Kürze beginnt das Schwimmen mit Schlafanzug. Man kann ihn doch gleich anbehalten und damit in der Schule rumlaufen! Geht schon mal zur Schwimmhalle!

11.00 Uhr: Nach dem Fegen räumt die zweite Hälfte der Klasse die Tische und Stühle wieder ein. Moritz ist besonders fleißig, aber auch Evin, Tim und die anderen.

11.20 Uhr: Ganz ruhig malen die Kinder mit Lackfarben die kleinen Bilderrahmen an. Es ist sehr entspannt. Katja ist ganz müde, nicht nur sie! Sie wird abgeholt. Trotzdem war es schön.

11.55 Uhr: Schulgong: Jetzt ist Schluss für heute! Die Eltern sind da und holen ihre müden und zufriedenen Kinder ab. Keine unangenehmen Zwischenfälle, das ist toll. Wir wünschen uns ein schönes Wochenende und einen guten Schlaf, falls nötig.